„Das Fellowship war eine einzigartige Gelegenheit!“

Mike van Graan – Honorarprofessor an der Universität Kapstadt und führender zeitgenössischer Bühnenautor in Südafrika – verbrachte einen produktiven Aufenthalt an der Robert Bosch Academy in Berlin.

Während der 197 Tage seines Richard von Weizsäcker Fellowships war Mike van Graan über 60 Tage außerhalb Berlins unterwegs und reiste dabei in 10 deutsche Städte sowie in 10 Länder innerhalb und außerhalb Europas; er hielt 12 Vorträge und Präsentationen und moderierte 4 Veranstaltungen; er stellte 3 Publikationen, 2 Theaterstücke und einen Gedichtband fertig; und er absolvierte 21 offizielle von der Robert Bosch Academy organisierte Hintergrundgespräche mit Experten und Entscheidungsträgern. Die während des Fellowships gewonnenen Einblicke beeinflussten seine Arbeit auf vielfältige Weise.

Think.Debate.Inspire.

Während der Studienreise „Germany and the Refugee Story“ erlebte Mike van Graan aus erster Hand, wie Städte in Deutschland auf unterschiedliche Weise den drängenden Herausforderungen durch Flucht und Migration begegnen. Im Anschluss daran schrieb er das Theaterstück „When Swallows Cry“, das unter anderem auf globale Migrationsbewegungen aus afrikanischer Perspektive blickt.

Weiter nutzte Mike van Graan den intellektuellen Freiraum an der Robert Bosch Academy und stellte zwei neue Stücke für die Bühne fertig: „Helen of Troyeville“ und „State Fracture“ feierten Ende Juni beim National Arts Festival in Südafrika Premiere. Auch seinen Gedichtband „Poetry for Patriots“, der sich mit der aktuellen Situation in Südafrika beschäftigt und soziale Ungerechtigkeiten sowie das Versagen der neuen Regierung adressiert, schloss er ab.

Mike van Graan fand darüber hinaus Zeit, seine in den letzten dreißig Jahren erschienenen Schriften – Artikel, Kommentare, Analysen, Vorträge, Tagungspapiere – in drei thematische Editionen zusammenzufügen. Diese umfassen von einer kulturpolitischen Ideensammlung bis hin zu Schriften über Demokratie in Südafrika ein breites Themenspektrum.

Zuletzt inspirierte ihn der Austausch mit der interdisziplinären und multilateralen Community an Fellows der Robert Bosch Academy dazu, Sachverhalte und Fragestellungen aus den unterschiedlichsten Perspektiven zu beleuchten und seine Überlegungen in einer Essaysammlung zusammenfließen zu lassen.

Ahead of the Curve

Herzstück seines Fellowships war das von ihm mitorganisierte und geleitete zweitägige Seminar „Ahead of the Curve: the Meaning and Relevance of UNESCO’s 2005 Convention to our Contemporary World“. Mit 23 kritischen Denkern und Entscheidungsträgern des kreativen und kulturellen Sektors, vor allem aus Ländern des globalen Südens, diskutierte er die 2005 verabschiedete UNESCO Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen – und deren heutige Relevanz. 

Was Mike van Graans kreative, theoretische und praktische Arbeit eint, ist das im Vordergrund stehende Ziel: Seine Beiträge sollen stets stichhaltige Argumente, Empfehlungen und neue Perspektiven für die drängendsten Herausforderungen in seiner Heimat Südafrika, dem afrikanischen Kontinent und darüber hinaus aufzeigen. Dadurch versucht er das Denken und Handeln der Menschen direkt zu beeinflussen – und damit zu einer humaneren, gerechteren und friedlicheren Welt beizutragen.

Pageflow Ahead of the Curve

Das könnte Sie auch interessieren

Der Missionar, der ein Kloster werden muss – Policy Paper von Ivan Krastev

Policy Paper des Projekts "Hypocrisy, Anti-Hypocrisy and International Order" von Ivan Krastev Die weit verbreitete, wachsende Kritik an der westlichen Doppelmoral ist ein charakteristisches Merkmal der Welt, in der wir heute leben. Es ist starker Ausdruck...

Weiterlesen

Vorgestellt: María Fernanda Espinosa

María Fernanda Espinosa ist eine Diplomatin, Politikerin und Wissenschaftlerin aus Ecuador. Sie war Präsidentin der 73. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen (2018/19) sowie ecuadorianische Außenministerin, Ministerin für das Kultur- und...

Weiterlesen

„America First": vom Exzeptionalismus zum Tech-zeptionalismus

Trumps plumpe “America First”-Technologiepolitik besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) könnte der Branche auf lange Sicht schaden. Sie beschädigt die internationalen Partnerschaften, die ein Garant dafür sind, dass die...

Weiterlesen