Tiefe Einblicke in die Haltung zu Nuklearwaffen, Ukraine und Russland

Steven Pifers fünf ereignisreiche Monate an der Robert Bosch Academy in Berlin.

Als Fellow der Brookings – Robert Bosch Foundation Transatlantic Initiative, verbrachte Steven Pifer die erste Hälfte des Jahres 2021 an der Robert Bosch Academy. Er hatte sich vorgenommen, die deutsche Haltung zu verschiedenen Schlüsselfragen der Sicherheitspolitik zu erforschen. Zu diesen gehörten die Präsenz von US-Nuklearwaffen in Deutschland und Europa, die Herausforderung, die Russland für den Westen darstellt, die Nuklearpolitik der USA und der NATO und die Perspektiven der nuklearen Rüstungskontrolle.

Eine virtuelle Erfolgsgeschichte

Die meisten von Steven Pifers Meetings und Veranstaltungen fanden virtuell statt. Das hielt ihn nicht davon ab, 74 offizielle Meetings mit deutschen politischen Gesprächspartnern wahrzunehmen. Darunter waren Parteienvertreter, Bundestagsabgeordnete, außenpolitische Experten, Journalisten und Diplomaten. Insgesamt hielt er zwölf Vorträge und Reden in Deutschland und den USA und nahm an über zehn Podiumsdiskussionen teil. „Diese Zahl an Einladungen zu Podiumsdiskussionen und anderen Foren über Nuklearthemen hatte ich so nicht erwartet. Doch ich fand sie interessant und ich glaube, dass ich Einfluss darauf nehmen konnte, wie einige der deutschen Teilnehmer jetzt über Nuklearfragen denken“, sagt er. Zum Abschluss seines Fellowships Ende Mai versammelte er einen exklusiven, virtuellen Round Table zum Thema „Wohin geht der Weg der Ukraine? Deutsche und amerikanische Perspektiven“.

Überraschend aktuell: Russland und das nukleare Wettrüsten

Steven Pifers Aufenthalt in Europa kam genau zur richtigen Zeit. Als Experte für Russland und nukleare Rüstungskontrolle war seine Meinung in Berlin viel gefragt. So veröffentlichte er beispielsweise Artikel in führenden deutschen Zeitungen wie der Süddeutschen Zeitung und der Wochenzeitung Die Zeit über die Bedeutung der russischen Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine, die Verhaftung und Behandlung von Alexej Nawalny und die sich daraus ergebenden seiner Sicht nach notwendigen präventiven Sanktionen durch die westlichen Länder. Für die Brookings Institution schrieb er ein aktuelles Briefing Papier über Nord Stream 2, das einen Überblick gibt über die geopolitischen Implikationen der Pipeline und die Rolle, die Deutschland und seine Bundestagswahlen bei ihrer Fertigstellung spielen. Darüber hinaus war er Gast in mehreren Podcasts und veröffentlichte mehr als 20 Beiträge in weiteren Medien in den USA, Europa und der Ukraine.

Neue Perspektiven

Steven Pifer sagt, dass er an der Robert Bosch Academy mehr Zeit als erwartet damit verbrachte, über die deutschen Einstellungen und Einschätzungen zu Nuklearwaffen zu sprechen und zu schreiben. Seine Kontakte eröffneten ihm neue Perspektiven, zum Beispiel welche Rolle das Thema der nuklearen Teilhabe in Koalitionsverhandlungen im Anschluss an die Bundestagswahlen im Herbst 2021 spielen könnte. Er kehrte in die USA mit tieferen Einsichten in deutsche Haltungen zu wichtigen außenpolitischen Fragen zurück. „Für zukünftige Veröffentlichungen über Rüstungskontrolle, Russland und die Ukraine werde ich auf wesentlich differenziertere Erkenntnisse über Ansichten innerhalb der deutschen Regierung zu diesen Fragen zurückgreifen können. Dazu gehört auch, welches Gewicht Deutschland in Verhandlungen innerhalb der NATO oder im US-EU-Kontext in die Waagschale werfen könnte“, erläutert er.

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