Themen: Frieden und Menschenrechte
Internationale Beziehungen
Regionale Schwerpunkte: Europa
Herkunft: Frankreich
Fellowship: Richard von Weizsäcker Fellow

Harlem Désir ist ein französischer Politiker, der von 2017 bis 2020 als Beauftragter für Medienfreiheit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) tätig war. In dieser Funktion gab er Frühwarnungen zu Verstößen gegen die Meinungs- und Medienfreiheit ab und setzte sich für die vollständige Einhaltung der Verpflichtungen zur Medienfreiheit durch die 57 OSZE-Staaten ein.

Von 2014 bis 2017 war Désir französischer Staatsminister für europäische Angelegenheiten im Außenministerium. Während seiner Amtszeit war Désir an zahlreichen europäischen Verhandlungen beteiligt, insbesondere an denen des Pariser Klimaabkommens, zur Migrationspolitik sowie zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Er vertrat Frankreich bei zahlreichen internationalen Treffen, unter anderem bei der UN-Generalversammlung, dem Europarat und dem UN-Menschenrechtsrat.

Zwischen 1999 und 2014 war Désir Mitglied des Europäischen Parlaments. Er war Mitglied im Ausschuss für Industrie, Energie und Forschung, im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten sowie im Entwicklungsausschuss. Von 2012 bis 2014 diente Désir als Erster Sekretär der Sozialistischen Partei Frankreichs.

Neben seiner politischen Karriere engagiert sich Désir in der Zivilgesellschaft. Er ist Gründungspräsident der französischen NGO "SOS Racisme" und war zuletzt Geschäftsführer der internationalen NGO Forum on Information & Democracy.

Désir hat einen Bachelor-Abschluss in Philosophie von der Universität Paris I Sorbonne. Er wurde mit dem Olof-Palme-Preis (Schweden, 1990), dem Großkreuz des Phönix-Ordens (Griechenland, 2016) und dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland, 2018) ausgezeichnet.


Stand: 2021