Themen: Bildung
Gesellschaftlicher Wandel
Herkunft: Frankreich
Vereinigte Staaten von Amerika
Kanada
Fellowship: Richard von Weizsäcker Fellow
Fellowshipaufenthalt: Februar 2026 – Juli 2026

Colleen Thouez arbeitet an der Schnittstelle von Demokratie und wirtschaftlicher Teilhabe. In Hochschulentwicklung, internationalen Organisationen und kommunaler Governance war ihre Arbeit stets von einer zentralen Frage geleitet: Wie können Institutionen in Zeiten strukturellen Wandels Zugang und Zugehörigkeit erweitern?

Derzeit ist sie Vice President for Workforce Development bei der National Association of Higher Education Systems (NASH) in den Vereinigten Staaten. Dort arbeitet sie mit öffentlichen Universitätssystemen zusammen, die Millionen von Studierenden ausbilden. Ihr Fokus liegt auf der Gestaltung von Bildungswegen, die den Übergang in Beschäftigung erleichtern und wirtschaftliche wie soziale Mobilität auf regionaler und kommunaler Ebene stärken.

Während ihres Fellowships an der Robert Bosch Academy widmet sie sich dem Zusammenhang zwischen der Zukunft der Arbeit und der Zukunft der Demokratie.

Wie prägt Arbeitsmarktfähigkeit das Vertrauen in demokratische Institutionen?
Was geschieht mit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, wenn wirtschaftliche Umbrüche sich beschleunigen und soziale Spaltungen vertiefen?

Anstatt Arbeitsmarkttransformation und politische Polarisierung als getrennte Entwicklungen zu betrachten, untersucht sie deren Wechselwirkungen. Zugang zu sinnstiftender Arbeit, lokal verankerte Kooperationen und verlässliche Chancenstrukturen sind nicht nur ökonomische Fragen – sie beeinflussen Teilhabe, Zugehörigkeit und demokratische Resilienz.

Das Fellowship bietet Raum, diese Zusammenhänge im Dialog mit Praktiker:innen und politischen Entscheidungsträger:innen in Deutschland und Europa zu reflektieren. Zugleich bringt sie ihre langjährige Erfahrung in grenzüberschreitender Zusammenarbeit und kommunaler Innovationspraxis in die Gespräche der Academy ein.

Für Colleen Thouez stehen die Zukunft der Arbeit und die Zukunft der Demokratie in einem engen Zusammenhang – sie entwickeln sich gemeinsam weiter oder geraten gemeinsam unter Druck.

Berlin, Februar 2026