Umwelt und Klimawandel
Frieden und Menschenrechte
Malih Ole Kaunga ist ein indigener Aktivist und Community‑Leader, der sich seit vielen Jahren für die Rechte nomadischer Viehhalter:innen und von Waldgemeinschaften einsetzt. Seine Arbeit verbindet Landrechte, Menschenrechte und Klimagerechtigkeit als eng miteinander verflochtene politische und gesellschaftliche Themen.
Ausgehend von mehr als drei Jahrzehnten basisnaher Arbeit engagiert er sich für nomadische Viehhalter:innen, Waldgemeinschaften und ressourcenabhängige Gruppen – Gemeinschaften, die in politischen Rahmen häufig unterrepräsentiert sind, obwohl sie als Hüter:innen von Land und Ökosystemen eine zentrale Rolle spielen.
Während seines Fellowships an der Robert Bosch Academy untersucht er, wie inklusive Klimagerechtigkeitsbewegungen Stimmen aus der Basis mit regionalen und globalen Entscheidungsprozessen verbinden können. Kann eine Just Transition (ein gerechter Übergang) tatsächlich inklusiv, menschenzentriert und werteorientiert gestaltet werden? Was bedeutet Inklusion – und wer definiert sie?
Anstatt Klimapolitik primär als technisches Politikfeld zu sehen, versteht er Land als Ort von Rechten, Zugehörigkeit und politischer Handlungsfähigkeit. Sein Fellowship reflektiert zudem, warum der Diskurs über indigene Rechte in staatlichen und multilateralen Strukturen – einschließlich der internationalen Klimaverhandlungen – weiterhin auf Widerstände stößt.
Das Fellowship bietet Raum, diese Fragen im Austausch mit politischen Entscheidungsträger:innen, Stiftungen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Berlin zu vertiefen. Zugleich bringt er umfangreiche Erfahrung in basisnaher Organisation und transnationaler Advocacy in die Akademiegespräche ein.
Für Malih Ole Kaunga lassen sich Fragen von Land, Gerechtigkeit und Klima nicht voneinander trennen – sie prägen die Bedingungen, unter denen Gemeinschaften ihre Ökosysteme bewahren und zugleich ihre politische Stimme behaupten können.
Berlin, März 2026